04.12.09

Buttons

DJ BOW-tanic setzt seine Reise durch die Welt des Controllerisms fort. Zwei neue Geräte gehören seit kurzem zum ständigen Setup und erlauben nicht nur weitere Gimmicks, mit denen die Traktor-Performance aufgewertet wird. Denn jetzt ist es endlich auch gelungen, Ableton Live in die DJ-Sets zu integrieren. Ständig synchronisiert dient diese Software, die schon seit Jahren im Studioeinsatz ihren unschätzbaren Wert bewiesen hat, nun als grenzenloser Sample- und Loop-Player. So ist es möglich, Songs on the fly und live zu remixen. Es entstehen spontane Mashups, absolut einmalig, jedes Mal anders und absichtlich vergänglich. Hinzu kommt die Integrierung des Touchpads als X/Y-Controller zur Steuerung von Effekten in Live
oder anderer Parameter. Die Komplexität des durch exklusiv erstellte MIDI-Mappings kommunizierenden Systems aus Hard- und Software dürfte damit vorläufig seine maximale Ausbaustufe erreicht haben. 

Konkret gehören dazu neben Notebook und Peripherie:

  • das einzigartige Launchpad von novation, welches eigentlich zur Steuerung von Ableton Live erdacht wurde, sich jedoch mit seinen 80 programmierbaren Buttons auch hervorragend zur Cue-Point-Steuerung von Traktor eignet
  • Akais LPD8, das vor allem zur Bedienung der Traktor-Effekte dient, jedoch auch für neue Mapping-Tricks wie die von DJ BOW-tanic entwickelten Dump-Reverse-Play und Instant-Sampler Verwendung findet
  • ein nanoKEY aus dem Hause Korg, das die Loops und One-Shots in Ableton Live triggert
  • das DDM4000 von Behringer, das als Mischpult-Controller die Schaltzentrale darstellt und durch sein einzigartiges Bedienkonzept sehr zum kreativen Wachsen beigetragen hat
  • der Trigger Finger von M-Audio, der aus Platzgründen vorrübergehend nur ab und zu ran darf, aber in Zukunft speziellen Aufgaben im Bereich Sampling entgegensieht
  • als Soundkarte die unverwüstliche Indigo DJ von Echo Audio

Die verwendete Software:

  • Traktor DJ Studio 3 von Native Instruments, das als mittlerweile nicht mehr erhältlicher Vorgänger der aktuellen Pro-Version zwar auf einige (vor allem Effekt-)Features verzichtet, jedoch in anderen technischen Bereichen und nicht zuletzt in Ergonomie und Verläßlichkeit nach wie vor das Maß aller Dinge ist (ausgestattet mit 4 gleichzeitig feuerbaren Playern, 9 Effekten pro Deck, 9 weiteren für den Master, diversen Tempoautomationen, Loops & Beatjumps sowie ausgiebiger Tastatur- und MIDI-Programmierbarkeit aller Bedienelemente u.v.m.)
  • Live von Ableton (derzeit parallel die Versionen 6 und 8), das zu Beginn des Jahrtausends dem Konzept des klassischen Timeline-Sequenzers einen sensationellen neuen Ansatz gegenüberstellte, mit der Einführung der Slotmatrix die zeitlichen Abläufe vom Zwang der vorgefertigten Reihenfolge entband und durch die Granularsynthese und das sogenannte Warping bahnbrechende Werkzeuge für das Livemixing bereitstellte
  • FileMaker Pro 5, das als unabhängige, bis ins Kleinste personalisiert programmierte Datenbank seit vielen Jahren bei der Zusammenstellung der Sets eine unschätzbare Unterstützung ist, und mittlerweile durch kleine Zusatztools als Browser-Ergänzung in Traktor integriert werden konnte

Alles zusammen eröffnet DJ BOW-tanic die weitreichenden Möglichkeiten, die ein echter Controllerist heute braucht. Andere Verrückte gibt es auch schon (wie diesen, diesen oder diesen), sodaß auch in Zukunft mit spannenden Entwicklungen zu rechnen ist. Allen, die mehr über das Thema erfahren wolle, sei die Seite www.djtechtools.com wärmstens empfohlen.

Bleibt endgültig festzuhalten: Vinyl war gestern! ;-)
 


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